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Der Grüne Star

Der Grüne Star, das "Glaukom" ist gekennzeichnet durch die Trias: erhöhter Augendruck, Auffälligkeiten des Sehnervenkopfes sowie Gesichtsfeldausfälle. Bei fehlender oder zu spät erfolgter Diagnosestellung kann der Grüne Star zur Erblindung führen.

Neben verschiedenen Risikofaktoren wie genetischen Faktoren, Geschlecht und Alter kann das Glaukom auch im Rahmen anderer Augenerkrankungen, wie z.B. bei diabetischer Augenerkrankung oder nach Gefäßverschlüssen der Netzhaut, auftreten.

 

Man unterscheidet das Offenwinkelglaukom vom Engwinkelglaukom, wobei ersteres häufiger ist.

Beim Offenwinkelglaukom kommt es zu einer Augendruckerhöhung die langsam zu einer Schädigung des Sehnerven führt. Da diese Augendruckerhöhung zu keinerlei Schmerzen führt, suchen die betroffenen Patienten den Augenarzt häufig erst dann auf, wenn sie eine Sehverschlechterung bemerkt haben. Es ist dann aber bereits zu einer Schädigung des Sehnerven gekommen, die leider durch nichts rückgängig gemacht werden kann. Die Therapie zielt darauf ab, eine weitere Schädigung des Sehnerven zu verhindern.

Beim Engwinkelglaukom kommt es zu plötzlichen sogenannten "Glaukomanfällen", die durch massive Kopfschmerzen, Augenrötung, Sehverschlechterung und Übelkeit gekennzeichnet sind. Der Augendruck ist stark erhöht und erreicht Werte um 70 mmHg. ( normalerweise um 15 - 20 mmHg ) Durch diese Anfälle wird die Diagnose meist wesentlich früher gestellt als beim Offenwinkelglaukom, weshalb bei diesen Patienten bei Diagnosestellung meistens noch keine oder nur eine geringe Schädigung des Sehnerven vorliegt.

Zur Diagnosestellung sind mehrmalige Augendruckmessungen zu verschiedenen Tageszeiten, eine Messung der Hornhautdicke, Gesichtsfelduntersuchungen und die Vermessung des Sehnervenkopfes nötig. Dies zeigt, dass die Diagnosestellung eines "Grünen Stars" nicht mit einer einmaligen Untersuchung, sondern zumeist erst im Verlauf und unter Zusammenschau aller ehobener Befunde möglich ist!

 

Die Therapie beider Glaukomformen zielt auf die "Normalisierung" des Augendruckes ab.

Der sogenannte "Zieldruck", das ist der Augendruck unter dem es zu keiner weiteren Schädigung mehr kommt, muß für jeden Patienten individuell bestimmt werden. Die Augendruckeinstellung erfolgt durch augendrucksenkende Augentropfen, die ein Leben lang angewendet werden müssen. Da es zu Änderungen im Ansprechen auf die Tropfen kommen kann, muß der Augendruck regelmäßig kontrolliert werden. Sollte die Tropftherapie alleine nicht zufriedenstellend sein, kann der Augendruck auch operativ gesenkt werden.

Anders als der Graue Star kann der Grüne Star nicht durch eine Operation geheilt werden. Um einer Schädigung des Sehnerven vorbeugen zu können, sind deshalb zeitlebens regelmäßige Augendruck- und Gesichtsfeldkontrollen bzw. eine augendrucksenkende Therapie notwendig.